Freitag, 20. Mai 2011

BriForum Europe (London) Wrap-Up - Day 1...

Hallo zusammen,
ich hatte das Vergnügen, die letzten Tage in London auf dem BriForum (benannt nach Brian Madden) in London zu verbringen. Neben herrlichen Wetter und einer tollen Lokation (dem Stadion von Chelsea London) gab es jede Menge fachlichen Input und Austausch mit den Vortragenden, anderen Teilnehmern und den anwesenden Herstellern. Ein Fazit nehme ich hiermit bereits vorweg: Das BriForum ist auf jeden Fall die Reise und auch das Eintrittsgeld wert! Was es dort alles zu erleben gab, können Interessierte hier nochmal nachlesen: BriForum Europe Agenda
Ich habe (leider nur) an den folgenden Sessions teilgenommen, allerdings werden beim BriForum alle Sessions auf Video aufgezeichnet, so dass ich mit hoffentlich bald die verpassten Sessions auch noch ansehen kann:
  • Antivirus Strategy and VDI with Vincent Branger: In der Session wurden sehr gut die Probleme aufgezeigt, die es mit den klassischen AV-Lösungen im VDI-Umfeld gibt. Dazu gehören u.A. das Pattern-Update, das zentrale Management und der durch die Scanner verursachte Overhead (IOPS). Es wurde ebenfalls aufgezeigt, wie man diese Punkte ggf. oder auch zukünftig adressieren kann. Aktuell existieren dafür unterschiedliche Ansätze. McAfee MOVE arbeitet mit einer zusätzlichen Appliance, über die das gesamte Scanning und Update-Management erfolgt. Der Agent ist starkt reduziert und verursacht deutlich weniger Last auf dem Virtualisierungs-Host als der herrkömmliche Agent. Aktuell gibt es McAfee MOVE für XenServer und Hyper-V, ein Agent, der auch Server scannen kann (aktuell nur Desktops), soll im Herbst erscheinen. TrendMicro bietet zwei Lösungsansätze: Einerseits wird das klassische OfficeScan mit dem VDI Plug-In erweitert, was aber letztlich nur die Generierung der GUID für das zentrale Management verändert (siehe auch TM VDI Plug-In Config ). Die anderen Probleme werden dadurch nicht gelöst. Hierfür hat TM einen anderen Ansatz, zumindest wenn VMware vSphere der Hypervisor ist. Dann kann man nämlich TM DeepSecurity einsetzen, was den Virenschutz über die VMSafe-Schnittstelle des vSphere-Systems abbildet und somit alle VMs über die Schnittstelle schützt. Doch Achtung: Die DeepSecurity-Appliance kann dabei ebenfalls einen Flaschenhals bzgl. der Performance bilden.
  • Für die zweite Session war eigentlich Ron Oglesby vorgesehen, allerdings war ich etwas spät dran, so dass der Raum bereits komplett überfüllt war. Deshalb bin zu Michael Keen gewechselt, dessen Session Using Dynamic QoS for Performance Gains in Virtual Desktop Infrastructures auch sehr vielversprechend klan. Michael wollte eine Lösung demonstrieren, die die Prozesse eines virtuellen Desktops überwacht und auf Basis der im Vordergrund laufenden Prozesse eine QoS-Priorisierung durchführt. Leider hat es seine Demo-Umgebung zerlegt, so dass die Session sehr schnell zu Ende war und der eigentliche AHA-Effekt ausblieb. Trotzdem ein interessanter Ansatz. Das Tool, welches hierfür genutzt wurde, stammt von der Firma Lakeside Software (http://www.lakesidesoftware.com/)
  • Nach der Mittagspause kam dann eine der Killer-Sessions überhaupt: RDP, RemoteFX, ICA/HDX, EOP, and PCoIP VDI: Remoting Protocols Turned Inside Out with Benny Tritsch & Shawn Bass. In der Session haben die beiden Autoren über wirkliche mühsame Arbeit berichtet, die diversen vorhandenen Remote-Display-Protokolle unter verschiedensten Situationen zu testen und die Ergebnisse in Form von Videos zu dokumentieren. Das dabei enstandene Material ist wirklich hochinteressant und zeigt die Stärken und Schwächen der Protokolle relativ deutlich auf. An dieser Stelle möchte ich daher den beiden Autoren dieser Studie (denn genau das ist es, was die beiden hier durchgeführt haben) meiner höchsten Respekt ausprechen und jedem empfehlen, wenn er die Gelegenheit hat, sich eine Präsentation der beiden zu dem Thema anzuschauen. Im übrigen gibt es kein klares Ergebnis / keine klaren Sieger, sondern es hängt ganz von dem Einsatz-Szenario ab. Mich persönlich hat diese Präsentation davon überzeugt, mich doch einmal näher mit Quest vWorkspace (EOP) zu beschäftigen, aber dazu später mehr.
  • Die vierte Session des Tages war Why Local VDI Beats Offline VDI: Why You Shouldn’t Wait For Type 1, and Why Local Storage Will Beat the SAN with Jon Rolls and Purnima Padmanabhan. Es war eine gesponsorte Session von Quest und MokaFive, beides Hersteller von Produkten, mit denen ich mich bisher noch nicht beschäftigt habe. Jon Rolls (Product Manager bei Quest) hat zunächst einen kurzen Überblick über das Produkt vWorkspace gegeben und anschließend hat Frau Padmanabhan MokaFive erklärt. MokaFive bietet für Quest einen Typ1 / BareMetal Client-Hypervisor mit deutlich größerer Hardware-Unterstützung als der XenClient von Citrix, mit zentralem Management (auch hier hat Citrix kene vernünftige Lösung) und einer Layering-Technik, wie Sie der Technik von Unidesk ähnelt. Alles in allem hat MokaFive damit meiner Meinung nach eine Lösung, die technisch ihresgleichen sucht. Wenn es Quest jetzt noch gelingt, dass ganze in ihr zentrales Management zu integrieren, dann hat Quest zusammen mit ihrem Protokoll EOP eine wirklich hervorragende Lösungs-Palette, die meiner Meinung nach eine echte Alternative zu Citrix XenDesktop darstellt. Auf jeden Fall habe ich nach dieser Session beschlossen, mich mit den genannten Themen intensiver zu befassen. Bzgl MokaFive ist noch besonders hervorzuheben, dass ich die Software auch auf Geräten von Apple installieren und somit Windows auf einem Mac virtualisieren kann.
  • Die letzte Session des Tages  war The Future of the Desktop: What Should It Do and What Should It Look Like? with Harry Labana & Brian Madden. Die Session war, wie nicht anders zu erwarten, überfüllt. Diese Session war komplett anders als die bisherigen Sessions, nämlich komplett ohne technische Details. Es ging vor allem um die Themen fortschreitende Vernetzung, wie Benutzer auf Daten zugreifen und diese Nutzen, ... Insgesamt und ohne Frage sehr interessant, aber eben auch ohne wirklichen Bezug zum aktuellen Stand der Technik.
Ausgeklungen ist der Tag dann mit der Citrix Geek Out Quiz-Show (im Stil von Jeopardy). Hat Spaß gemacht zuzuschauen, qualifiziert haben sich die drei besten ebenfalls über ein Online.-Quiz im Vorfeld. Insgesamt war der Tag wirklich klasse, das absolute Highlight war die Session mit Benny Tritsch und Shawn Bass. Der zweite Teil folgt dann in einem separaten Post, spätestens im Laufe des kommenden Wochenendes. Darin enthalten: Eine Berwertung der weiteren Session, die Gespräche mit den Herstellern und ein abschließendes Gesamt-Feedback...

Wünsche allen schon mal ein schönes Wochenende...

Und hier noch einige Fotos mit Eindrücken vom BriForum: BriForum Fotos on Flickr

VG, Jörn

Freitag, 8. April 2011

Patch-List für PVS 5.6 SP! aktualisiert...

Moin, Citrix hat mal wieder einen neuen Patch für PVS5.6 SP1 rausgebracht. Ich habe die Patch-List entsprechend aktualisiert, der Patch enthält einen neue Version des Treibers "CNicTeam.sys", der zuvor erst mit dem Patch CPVS56SP1023 aktualisiert wurde.

Ich bin ja mal gespannt, wie viele Patches nächste Woche für den PVS5.6 SP1 erscheinen. Schönes Wochenende...

Jörn

Montag, 4. April 2011

Neu: Citrix Update- / Patch-Lists! Heute: Provisioning Server 5.6 SP1

Hallo zusammen, nach ewtas längerer Abwesenheit (u.A. begründet durch Urlaub) heute mal wieder eine Aktualisierung, eine Liste mit aktuellen Patches für diverse Citrix-Produkte, die Xenified Citrix Update- / Patch-List: Citrix Update- / Patch-List.
 Die Idee dazu kam mir, als ich nach relativ langer Abwesenheit mal wieder bei einem Kunden war, um dort die PVS-Installation von 5.1 SP2 auf 5.6 SP1 zu aktualisieren. Um auch wirklich den aktuellsten Patchlevel zu erreichen, war erstmal lesen angesagt, da Citrix in der Zeit meiner Abwesenheit jede Menge neue Patches rausgebracht hat. Dabei habe ich mir Notizen gemacht, welche Patches wo und in welcher Reihenfolge zu installieren sind. Diese Notizen habe ich nun auf meinen Blog übertragen, da schriftliche Notizen halt auch gerne mal verschwinden...und vielleicht tue ich dem einen oder anderen damit ja auch einen Gefallen.

In diesem Sinne, happy Patching...

VG, Joern

Montag, 7. Februar 2011

Wie Citrix XenServer das SAN sieht (mit Emulex HBAs) & XenServer XenTop-Utility...

Hi, bei einem meiner Kunden wurde in der letzten Woche eine Storage-Konsolidierung und Erweiterung durchgeführt, von der auch diverse XenServer Storage Repositories betroffen waren. Schnell stellte sich die Frage, welche SRs auf Storage-Seite (ein SAN von IBM) denn jetzt eigentlich gelöscht werden könnten, nachdem wir die Inhalte verschoben hatten. Die im XenCenter angezeigte SCSI-ID hilft hier erstmal nicht wirklich weiter. Ein wenig Licht ins Dunkel bringt der Artikel über XenServer-Multipathing, zeigt er doch auf, wie ich über im XenServer vorhandene HBA-Tools Informationen über das Storage-Netzwerk abfragen kann. Der Ansatz über xe -sr bringt nämlich keinen Erfolg :-(
 Bei dem Kunden sind Emulex FC-HBAs im Einsatz, so dass wir das im XenServer enthaltene HBAnywhere-Tool (hbacmd) benutzen konnten. Aber auch für QLogic-HBAs gibt es ein Tool, den QLogic SanSurfer (scli). Hier erst mal der Link zu dem CTX-Multipathing-Artikel, der einen guten Einstieg in das ganze Thema bietet: Multipathing Overview for XenServer
Allerdings kam ich mit den dort angegebenen Befehlen leider immer noch nicht ans Ziel, was die eindeutige Identifikation von SAN-Ressourcen angeht. Also noch ein wenig die Dokumentation zu HBAnywhere studiert. Mit folgenden Infos / Befehlen bekomt man auf jeden Fall eine Menge Infos über das SAN aus Sicht des XenServers bzw. des HBAs, allerdings nur, wenn ihr Emulex-HBAs im Einsatz habt:
  • # /usr/sbin/hbanyware/hbacmd (Zeigt eine Liste aller Befehle an)
  • # /usr/sbin/hbanyware/hbacmd listhbas (Zeigt Informationen über die installierten HBAs an. Interessant hierbei ist vor allem die Port WWN, die oftmals für die weiteren Befehle verwendet werden muss)
  • # /usr/sbin/hbanyware/hbacmd targetmapping (Zeigt Informationen über die verfügbaren Targets an)
Allerdings reichten diese Informationen den SAN-Admins immer noch nicht aus. Beim Einbinden von Storage Repositories in den XenServer wird einmalig eine Information angezeigt, die das SR auf dem SAN eindeutig identifiziert. Diese Information galt es ausfindig zu machen. Mit dem folgenden Befehl hat es denn geklappt:
  • # sginfo –a /dev/disk/by-id/{scsi_id}
Letztlich hat die SCSI-ID also doch geholfen! In der Shell einfach zweimal Tab drücken, dann werden alle SCSI-IDs angezeigt. Fibre-Channel LUNs beginnen übrigens immer mit SCSI-…Die gesuchte Information (die Seriennummer) stand relativ früh am Anfang der Ausgabe.

Für generelle Infos bzgl. der Multipathing-Configuration einfach folgenden Befehl eingeben: # multipath -ll

Wer mit den ganzen Infos nicht weiterkommt, der kann zumindest bei Emulex-HBAs noch ein Extended Logging aktivieren. Wie das geht ist in den folgendem CTX-Artikel beschrieben: How to Configure Extended Logging on an Emulex Fiber Channel Host Bus Adapter

Und wenn ich mich heute schon so intensiv dem XenServer widme, möchte ich noch auf das Tool XenTop und den zugehörigen CTX-Artikel hinweisen. XenTop zeigt detaillierte Echtzeit-Infos über den XenServer und die Prozesse der Dom0 an, ähnlich dem normalen Linux-Tool Top. How to Use the XenServer Xentop Utility

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne und erfolgreiche Woche...

Joern.

Montag, 31. Januar 2011

Provisioning Services with VMwareVMXnet3 - Patch available

Hi,

Citrix just released an update for Provisioning Services (all versions starting with 5.1 SP1 are facing the issue) to resolve a problem with VMware VMXnet3, which was introduced with VMware vSphere. VMXnet3 is a Highspeed-Network-Driver and i highly recommend using VMXnet-Drivers with Citrix Provisioning Services.

The Update for the latest PVS-Version (5.6 SP1) can be found here: Hotfix CPVS56SP1E011

As always, backup your vDisks before updating...

Joern

Mittwoch, 26. Januar 2011

Published Applikations von MetaFrame XP über Web-Interface 5.3 starten...

Hi,

bei einem meiner Kunden migriere ich gerade diverse alte Umgebungen (MetaFrame XP und PS4.0) in eine neue XenApp 5-Infrastruktur. Dazu gehört auch das Update der vorhandenen Web-Interfaces von 5.1 auf 5.3. Bei diesem Update gab es ungeahnte Probleme zu lösen:
Bei dem Kunden greifen die Benutzer entweder direkt über das WebInterface oder per PNAgent-Funktion des Online Plug-Ins auf die veröffentlichten Ressourcen der unterschiedlichen Farmen zu. Die Farmen werden in den WI-Sites der Web-Interfaces zusammengefasst. Beim Test-Update auf 5.3 fiel dann auf, dass veröffentlichte Ressourcen aus PS4.0- und XA5-Umgebungen gestartet werden konnten, die Ressourcen aus der MetaFrame XP-Farm aber nicht...daraufhin hab ich kurz das KnowledgeCenter durchsucht und auch schnell einen Lösungsansatz für das Problem gefunden. In der webinterface.conf soll der folgende Wert geändert / aktiviert werden: RequireLaunchReference=Off.
Die Fehlerbehebung soll zwar eigentlich bei PS4.0-Farmen helfen (siehe auch CTX123003), funktioniert aber auch bei MetaFrame XP :-)
Allerdings lässt sich damit nur die eigentliche Web-Interface-Site zum Funktionieren bewegen, nicht die Services-Site. Aufrufe der MetaFrame XP-Applikationen über die PNAgent-Funltion schlugen weiterhin fehl. Auch die Knowledgebase lieferte keine weiteren Hinweise. Über einen Vergleich von alter und neuer webinterface.conf habe ich dann den Hinweis zur Lösung gefunden. In der PNAgent-Site muss zusätzlich noch der folgende Wert gesetzt / aktiviert werden: OverrideIcaClientname=On. Damit ließen sich dann auch über ein aktuelles Online Plug-In in Verbindung mit dem Web-Interface 5.3 wieder Applikationen aus einer MetaFrame XP-Farm starten. Warum dem so ist, weiß ich allerdings nicht so genau, denke aber, dass es mit der Funktion SessionReliability zusammenhängt, die es in MetaFrame XP ja noch nicht gibt.

J.

PVS 5.6 SP1 - Problem with local WriteCache (again)...

Hi, this post is in English because i think the problem may be interesting for non-german-speaking-people too.

In the past Citrix had some issues with Local WriteCache in Provisioning Services, but it seemed that they had finally solved the problems with 5.1 SP2...there weren't issues with 5.6, but there seem to be issues with 5.6 SP1. In our configuration the 5.6 SP1 Target Device ist not able to create the WriteCache-File on the local attached disk of a VM. The issues is now under investigation from Citrix Engineering so i recommend not to upgrade to PVS5.6 SP1 Target Device. The issues seems to be in the bnistack.sys-Driver of the PVS Target Device. I think it is ok to upgrade the PVS-Servers to 5.6 SP1, but i recommend testing the upgrade first and as always backup your configuration (PVS-Database, ...). Older Target Device Version (5.6 oder 5.1 SP2) seem to work well even if the PVS-Server is already upgraded to the latest Version.

This is the configuration producing the error:

PVS-Server: 
W2K3 SP2, 32-Bit, PVS 5.6 SP1, Hotfixes CPVS56SP1E002, CPVS56SP1E005, CPVS56SP1E008

PVS-Target-Device:
WinXP SP3, 32-Bit, PVS 5.6 SP1, Hotfixes CPVS56SP1E002

If you're facing the same or a similar issue, feel free to leave a comment in the following discussion in the Citrix-Support-Forum: Topic about PVS 5.6 SP1 WriteCache Problem in Citrix-Support-Forum


I will post an Update, as soon if i receive any valuable information.


Joern

Support-Tools für XD5: XDDBDiag und XD Session State Monitoring

Moin Moin, Citrix hat zwei neue, aus meiner Sicht sehr sinnvolle, Support-Tools für XD5 herausgebracht (und eines aktualisiert):

XDDBDiag: Konsistenzcheck der XD5-Datenbank und allgemeine Debug-Informationen
XenDesktop Session State Monitor Tool: Monitoring aktiver oder inaktiver Sitzungen auf dem Virtual Desktop Agent (VDA)
 CDFControl 2.5: (Live-)Analyse von Citrix Trace-Providern und einfache Auswertung vonXenDesktop-Logfiles in grafischer Oberfläche.
    J.

    Dienstag, 25. Januar 2011

    Auf ein Neues...

    Verdammt, wie die Zeit vergeht...das neue Jahr ist nun schon wieder ein paar Wochen alt... Trotzdem möchte ich mit diesem ersten Post des Jahres etwas vom "Standard" der letzten Posts abweichen. Typisch für den Beginn eines neuen Jahres sind die diversen Jahresauftaktveranstaltungen und die Weissagungen (auf englisch "Predictions") für das neue Jahr. Auch ich möchte einen Ausblick darauf wagen, was mich ganz persönlich so in den nächsten Monaten beschäftigen wird:
    • Updates von XenServer 5.5 und 5.6 auf XenServer 5.6 FP1 oder neuer.
    • Auf- und Ausbau virtueller Netzwerke
    • Updates von XD4 auf XD5
    • Hyper-V
    • Updates von Presentation Server / XenApp 5 auf XenApp 6 mit und ohne PVS
    • Automatisierung in / von virtuellen Infrastrukturen
    • Performance-Tuning
    • BYOC / BAOC / BAOC
    Einige Gründe, warum diese Themen dieses Jahr so wichtig / bestimmend sein werden:
    • XenServer 5.6 FP1 enthält eine Menge neuer Features, die wichtigsten aber sind die Integration des Open vSwitches und Dynamic Memory Control. Damit lassen sich Cloud- oder VDI-Infrastrukturen optimieren. Des Weiteren gibt es eine neue Version des Workload Balancing. Aufgrund der vielen sinnvollen Zusatzfunktionen wird ein Update sicherlich von den meisten Kunden durchgeführt werden. Generell erfordert das Update eine Downtime des Servers.
    • Cisco / VMware haben es mit dem Nexus 1000V vorgemacht, Citrix zieht mit dem Open vSwitch nach. Die Anbindung von virtuellen Systemen an intelligente und verwaltbare virtuelle Switches ist eine der größten Herausforderungen in diesem Jahr meiner Meinung nach. Bedeutet es doch oftmals, dass sich in Unternehmen unterschiedliche Bereiche zusammfinden müssen, um eine grundlegende Erweiterung des bestehenden Netzwerkes herbeizuführen. Ein interessanter Hersteller in genau diesem Umfeld scheint Vyatta zu sein, der genau dieses Thema adressiert und noch um Firewall / Security-Funktionen erweitert!
    • Die Verbreitung / Bereitstellung virtueller Desktops wird weiter zunehmen, angetrieben durch die weitereVerbreitung von Windows 7. Citrix hat mit XenDesktop 5 eine komplett neue Version geschaffen, die vor allem durch ihre einfache Verwaltung und die enthaltenen Automatisierungsfunktionen besticht und grundsätzlich mit jedem Hypervisor und jedem Storage interagieren kann. Sollte Citrix die Intellicache-Funktion des XenServers in einem der nächsten Releases mit dem Machine Creation Service von XD5 koppeln, scheint sogar eine massenhafte Bereitstellung virtueller Desktops ohne zentrales Storage möglich. Des Weiteren ist XD5 im Gegensatz zu XD4 nun auch endlich auf den neuesten Serverbetriebssystemen von Microsoft lauffähig, was einer weiteren Verbreitung zuträglich sein wird. Und auch VMware wird in dem Markt nicht locker lassen, haben Sie doch für die letzte Version von View und vor allem für das Project Horizon viel Lob bekommen.
    •  Das erste Service Pack für Hyper-V auf Basis von 2008 R2 soll demnächst veröffentlicht werden. Es enthält diverse neue Funktionen, z.B. Dynamic Memory, was für eine höhere Packungsdichte bei VDI-Implementierungen sorgen kann oder RemoteFX, ein eigenes Remote-Display-Protokoll. Erste Implementierungen und unabhängige Tests bescheinigen Microsoft Hyper-V aber auch ohne diese Aktualisierung bereits eine hervorragende Performance und Stabilität. Vor diesem Hintergrund und durch die Kombination mit den eigenen System Management Produkten sowie durch das neue Cloud-Produkt von Microsoft (Azure) uwerden die Implementierungen von Hyper-V stark zunehmen, vor allem in Microsoft-lastigen Organisationen. Als relativ neuer Player in dem Umfeld Virtualisierung / Cloud schleppt Microsoft darüber hinaus weniger Ballast als z.B. VMware mit sich herum und kann so schneller auf die sich immer schneller ändernden Anforderungen der Unternehmen reagieren. Unterstützt wird Microsoft dabei von seinem riesigen Parter-Ökosystem.
    Dies sind nur einige Gründe, die das Jahr 2011 sehr spannend erscheinen lassen. Die rasant steigende Anzahl von Smartphones, Tablets und anderen mobilen Devices wird ein weiterer Antreiber für die zuvor genannten Punkte sein uns das Thema Virtualisierung und Cloud weiter befeuern.

    Ich freue mich sehr auf das Jahr 2011, auch wenn es wieder viele Veränderungen mit sich bringen wird. Aber genau das macht diesen Job ja so interessant ;-)

    CU,


    Jörn

      Donnerstag, 9. Dezember 2010

      Citrix XenDesktop 5 verfügbar...plus Web Interface 5.4

      So, nun ist es soweit...
      ...auf der Synergy in Berlin wurde XD5 angekündigt nun ist es verfügbar. Downloadbar für alle Kunden mit myCitrix-Zugang unter folgendem Link:
      Natürlich können alle Kunden mit gültiger Subscription XD5 ab sofort einsetzen. 
      Aber Vorsicht: XD5 ist ein komplett neu entwickeltes Produkt und basiert nicht wie noch XD4 hauptsächlich auf dem bekannten XenApp-System. Es gibt neue Admin-Tools, eine neue Kommunikationsstruktur (kein IMA mehr), neue Prozesse und Verfahren und nebenbei auch noch ein neues Web-Interface (Version 5.4), um all die neuen Funktionen zu nutzen. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Highlights der neuen Version:
      Simplified desktop deployment and machine creation. 
      XenDesktop simplifies the task of creating, managing, and delivering virtual desktops to users. XenDesktop's wizards guide you through the process of setting up your deployment, provisioning desktops by building a master image and creating user desktops, and then assigning desktops to users. Groups of user desktops are created and managed as a single entity, which enables you to assign, update and extend thousands of user desktops quickly and easily. XenDesktop supports desktops hosted on both VMs and on physical computers.
      Simplified install. 
      New installation wizards simplify the process of installing and setting up a XenDesktop deployment. A wizard guides you through the installation of server-side XenDesktop components, including the controller, the Desktop Studio management console, licensing, and the Web Interface. The wizard also guides you through individual component installations, and pre-configures these for you (for example, it will build all the Web Interface sites). A separate wizard guides you through the installation of the Virtual Desktop Agent on virtual desktops or on a base image.
      Desktop Studio. 
      This tool snaps into the Microsoft Management Console (MMC) and enables you to configure and manage your XenDesktop deployment. Desktop Studio provides various wizards to guide you through the process of setting up your environment, creating your desktops, and assigning desktops to users.
      Desktop Director. 
      This Web-based tool enables level-1 and level-2 IT Support staff to monitor a XenDesktop deployment and perform day-to-day maintenance tasks. You can use the Desktop Director to monitor status, such as the health of the hypervisors and controllers in a site. You can manipulate sessions and desktops, such as restarting a desktop or logging off a session. You can also view and interact with a user's session, using Microsoft Remote Assistance, to troubleshoot problems.
      Active Directory-based policies. 
      XenDesktop 5 uses the Windows Active Directory-based policy mechanism for Citrix policies. Citrix policies allow you to control user access or session environments, and are the most efficient method of controlling connection, security, and bandwidth settings. You can specify policies that are shared between XenDesktop and XenApp; for example, you can turn Client Drive Mapping off using one policy.
      Printing optimizations. 
      XenDesktop 5 provides administrators and users with the ability to optimize printing in their virtual desktop environment. Using printing preferences and policies to configure resolution, color depth and compression, administrators can optimize for better print quality or faster printing. Users can also modify print quality by adjusting dpi settings.
      Zum besseren Verständnis:
      Eine der Hauptfunktionalitäten ist die verbesserte / einfachere Bereitstellung von virtuellen Desktops. Das heisst konkret, dass der Citrix Provisioning Server nicht mehr zwingend benötigt wird! Stattdessen beinhaltet XD5 den sogenannten Machine Creation Service (MCS), welcher in der Lage ist, auf Basis eines Master-Images /Snapshots virtuelle Desktops direkt auf dem Storage zu clonen und als virtuelle Desktops zur Verfügung zu stellen. Dabei wird das Image nicht komplett geclont, sondern nur ein Delta erzeugt. Insgesamt bietet Citrix hiermit also eine Funktionalität an, die sehr stark dem Composer von VMware View ähnelt.  Genutzt werden kann der MCS mit den gängigen Virtualisierungs-Infrastrukturen von Citrix (mindestens XenServer 5.6), VMware (ESX 3, 3.5, 4, 4.1 plus entsprechende Updates) und Microsoft SCCM / Hyper-V 2008 R2. Empfohlen bei MCS ist die Verwendung von NFS (XenServer, ESX) oder Blockbasierten-Storage mit Microsoft Cluster-Shared-Volumes (Hyper-V), da nur bei Verwendung dieser Protokolle alle Funktionalitäten des MCS genutzt werden können. Weitere Infos dazu in der offiziellen Produktdokumentation (Citrix eDocs - Offizielle Produktdokumentation)
      MCS ist aber nur eine Option. Darüberhinaus ist der Provisioning Server auch weiterhin als Deployment-Werkzeug enthalten. Der Vorteil des MCS: Er ist komplett in das Desktop Studio integriet, welches das zentrale Administrationswerkzeug der Umgebung darstellt. Nutze ich den Provisioning Server, so muss ich weitere Administrationswerkzeuge benutzen. Womit wir auch schon bei der zweiten und dritten Neuerung wären. Den Administrationswerkzeugen. Dazu ist folgendes zu sagen: Das Desktop Studio ist das eigentliche Konfigurationswerkzeug für den Administrator, der Desktop Director das Werkzeuge für das Runtime-Management der Desktops mit einer Fokussierung auf Problemlösung. Interessant dabei: Citrix scheint endlich eine Remote-Support-Funktion intergiert zu haben. XD5 nutzt dabei aber die Möglichkeiten die Microsoft Windows ihm bietet, nämlich das integrierte Windows Remote Management (WinRM). Die Konfiguration von WinRM wird in den folgenden KB-Artikeln beschrieben:
      Darüber hinaus werden zentrale Konfigurationen nun über Microsoft GPOs ausgeführt, ähnlich wie bei XenApp6. Des Weiteren enthält XD5 auch die neuen Druckerfunktionalitäten, die für XenApp6 ebenfalls (allerdings separat als Printer Optimization Package) erhältlich sind. Dabei ist vor allem hervorzuheben, dass bei einem Arbeitsplatzwechsel nun die Druckerkonfiguration dyamisch an die lokale Installation angepasst wird. Auch bei der Pool-Veraltung hat sich einiges getan, wie das folgende Bild zeigt:

       
      Hierbei sieht man auch wieder die Trennung zwischen MCS und PVS. War der Maschinentyp der virtuellen Desktops unter XD4 noch vollkommen egal, findet bei XD5 eine Trennung statt. Pooled und Dedicated bezeichnen dabei meiner Meinung nach per MCS bereitgestellte Desktops und Streamed müssten per PVS bereitgestellte Systeme sein.


      Rahmenbedingungen:
      XD5 ist eigentlich nicht kompatibel mit XD4 und macht vieles anders. Viele gute Hinweise über die Unterschiede gibt die offizielle Dokumentation zu XD5 in den Citrix eDocs: Citrix eDocs - Offizielle Produktdokumentation
      Der Vollständigkeit halber füge ich die entsprechenden Infos aus den eDocs hier ein: 
      In addition to the new features, note the following differences in XenDesktop 5's design and the consequences of these:   
      • No IMA data store. XenDesktop 5 no longer uses the IMA data store as the central database in which to store configuration information. Instead, a Microsoft SQL Server database is used as the data store for both configuration and session information. This means:
      • Database requirements are different: Microsoft Access and Oracle are no longer supported databases.
      • Terminal Services is no longer required on servers running the controller.
      • There is no longer a dedicated zone master. In previous XenDesktop versions, there was a zone master/data collector responsible for user connection requests and communication with hypervisors. In XenDesktop 5, this function is distributed evenly across all controllers in the site.
      • Due to reliance on Microsoft SQL Server, to ensure failover should the database become unavailable, you must use either SQL clustering or mirroring, or deploy the database as a virtual machine and use your hypervisor's high availability features instead. For more information about planning for high availability, see High Availability Planning.
      • Registry-based discovery. The default mechanism for desktops to find controllers is now registry-based. An Active Directory Organizational Unit is no longer required, although you can still use Active Directory-based registration. Active Directory is still needed in a XenDesktop deployment for authentication and authorization, therefore machines need to be domain-joined regardless of whether you use registry-based discovery or not.
      • SDKs. XenDesktop 5 provides a new PowerShell SDK which allows you to perform the same tasks as you would with the Desktop Studio console. You can also perform tasks with the SDK that you cannot do with the console, such as assigning an IP address to a desktop, rather than a user name. Desktop Studio is built upon the PowerShell SDK; you can display the PowerShell in use in the console. For more information about using the SDK, see Using the XenDesktop SDK and the PowerShell cmdlets. Note that the new PowerShell SDK is not compatible with the SDK associated with previous XenDesktop releases.
      Alle Änderungen machen aus meiner Sicht Sinn! Die Abhängigkeit vom AD war eher störend als sinnvoll, IMA hat immer mehr Kopfzerbrechen bereitet als geholfen, und die Konsequente Ausrichtung auf den SQL-Server sorgt für Stabilität. Darüber hinaus ist die konsequente Nutzung von Powershell extrem sinnvoll, wenn es um die Automatisierung von XD-Infrastrukturen z.B. im Rahmen von Cloud- / Service-Angeboten (Desktop as a Service, DAAS) geht.
      Installiert werden können die Komponenten nun auf den aktuellen Betriebssystemen von Microsoft. Offiziell supportet werden Server 2008 und 2008 R2. Als SQL-Server wird die Version 2008 empfohlen, ich vermute aber, dass 2005 auch funktionieren sollte, habe es aber noch nicht getestet. Natürlich wird überall eine aktuelle .NET-Framework-Version (>= 3.5) benötigt. 

      Leider konnte ich XD5 bisher noch nicht selber testen...von daher bin ich für jedes Feedback dankbar. Sobald ich erste Praxiserfahrungen habe, werde ich natürlich darüber berichten. Wer in der Zwiwschzeit bzgl. XD5 auf dem laufenden bleiben will, der sollte sich in den eigens für XD5 eingerichteten Newsletter XenDesktop Experience eintragen: XD5-Newsletter

      Wünsche eine schönes Restwoche und einen schönen 3. Advent...

      Jörn